Die Geschichte des Casino Zug
Im Jahre 1907 ermöglichten theaterfreudige Zuger der Theater- und Musikgesellschaft den Bau des Theater-Casino an der Artherstrasse nach Plänen der bekannten Zuger Architekten Keiser und Bracher. Die finanziellen Mittel stammten aus dem Ertrag einer Lotterie und aus dem Verkauf der Liegenschaft Theater Bellevue am Postplatz an den Kanton. Die abgerechneten Baukosten erreichten den Betrag von Fr. 509'000.-.
Während Jahrzehnten spielte der Casinosaal eine bedeutende Rolle im gesellschaftlich-kulturellen Leben unserer Stadt. Er diente nicht nur für Konzerte und Theateraufführungen, sondern man nutzte ihn als grössten Saal der Stadt für verschiedene Anlässe wie Festbankette, Bälle, Generalversammlungen von Parteien, Vereinen und Aktiengesellschaften, Kundgebungen, Ausstellungen usw. Während den beiden Weltkriegen wurde er durch Truppen und 1918 vorübergehend als Grippelazarett belegt.
Die Unterhaltskosten bereiteten der Theater- und Musikgesellschaft (TMGZ) erhebliche Sorgen. Der intensive und vielseitige Gebrauch liess allmählich deutliche Abnützungsspuren zurück. Ende der vierziger Jahre begann man sich mit dem Gedanken einer umfassenden Renovation oder gar eines Neubaues zu befassen. Wohl niemand ahnte, dass die Verwirklichung dieser Gedanken nahezu dreissig Jahre beanspruchen würde. Die Anforderungen für jede Lösung – Umbau, Neubau oder Einbezug weiterer Liegenschaften – überstiegen die finanziellen Möglichkeiten der TMGZ, und man suchte Rückhalt bei der Stadt. Das anhaltende Saalsterben in Zug förderte die Bereitschaft der Bürger mitzuhelfen.
Im Jahre 1960 erwarb die Stadt die nördlich angrenzende Liegenschaft Bucher und bereits 1961 stimmte die Einwohnergemeindeversammlung der Errichtung einer Stiftung „Theater-Casino“ zu. Die TMGZ brachte das Theater-Casino mit Umgelände und die Stadt die Buchersche Liegenschaft in die Stiftung ein. Die gleiche Versammlung beschloss sowohl die Durchführung eines Ideenwettbewerbes als auch einen jährlichen Beitrag an die Stiftung von Fr. 25'000.- für den baulichen Unterhalt.
Mit den vorgeschlagenen Lösungsvarianten für neue Räumlichkeiten auf einem Baugelände des Areals Casino, Bucher und Seeliken konnte sich der Grosse Gemeinderat und die dafür eingesetzte Baukommisssion vorerst nicht anfreunden. Im Vordergrund stand eine Lösung auf der Schützenmatte in Verbindung mit einem Kongresszentrum. Diese wurde dann aber aus verschiedenen Gründen fallen gelassen. In der Folge unterbereitete die Stiftung Landis & Gyr ein grosszügiges Angebot aus Anlass des 75-Jahr-Jubiläum der Firma. Die Stiftung Landis & Gyr stellte einen Betrag von
Fr. 1'000'000.- in Aussicht, sofern die Variante Theaterneubau auf der Bucherliegenschaft in Verbindung mit dem Casino weiterverfolgt und realisiert werde. 1972 wurden die Architekten Ammann und Baumann, Zug, beauftragt zusammen mit der Firma Suter & Suter aus Basel eine Honorarofferte zu erstellen. Der Durchbruch war somit gelungen. 1973 und 1976 beschloss der Grosse Gemeinderat Projektierungskredite von Fr. 150'000.- bzw. 940'000.- für den Um- und Ausbau des Theater-Casino.
1977 lieferte die vom Stadtrat gewählte Arbeitsgruppe Theater-Casino bestehend aus Dr. Jost Grob Präsident TMGZ, Walther A. Hegglin, Finanzchef der Stadt Zug und Stadtarchitekt Fritz Wagner zusammen mit dem Architekturbüro Ammann ein Konzept für den zukünftigen Betrieb ab. Im selben Jahr beschloss der grosse Gemeinderat einen Baukredit von 17.95 Mio Franken. Am 13. November 1977 stimmte das Zuger Stimmvolk mit 4536 gegen 1266 dem Projekt deutlich zu. Im Februar 1980 wurde das alte Casino in neuem Glanz eröffnet und am 16. Oktober 1981 der Neubau „Theater-Casino“ feierlich eingeweiht. Die Stadt ist grösser geworden und hat ihr städtebauliches Aussehen spürbar verändert. Heute (1982) stehen der Bevölkerung der im ursprünglichen Jugendstil renovierte Casinosaal und ein neuer Theaterbau für ihre Aktivitäten und kulturellen Bedürfnisse zur Verfügung.
Das Theater Casino als Kulturzentrum; Seine bauliche und betriebliche Konzeption ist auf ein überaus breites Spektrum möglicher Veranstaltungen ausgerichtet, so dass es im eigentlichen Sinne ein Ort der Begegnung für möglichst weite Bevölkerungskreise werden kann. Das vielseitige Angebot an Sälen, Foyers und Sitzungszimmer, mit der Möglichkeit, diese je nach Art und Grösse des Anlasses einzeln oder in irgendwelcher Kombination zu nutzen, dann aber auch das neue Tages-Restaurant mit seinen prächtigen Seeterrassen und nicht zuletzt die nach modernsten Erkenntnissen konzipierten Banketträume schaffen geradezu ideale Voraussetzungen für die Durchführung fast jeder denkbaren Veranstaltung!
(Textquelle; Separatdruck zum Zuger Neujahrsblatt 1982 zur Eröffnung des Neubaus Theater-Casino Zug, Autoren Walther A. Hegglin, Dr. Jost Grob, Hanspeter Ammann, u.a.)
Seit 1982
Das vorgegebene Betriebskonzept bewährte sich. Die Nutzung des Hauses entwickelte sich zusehends von 250 auf durchschnittlich über 700 Belegungen pro Jahr in den späten Neunzigerjahren. Mit dem intensiven Gebrauch der Infrastruktur stiegen aber auch die finanziellen Aufwendungen für die Unterhaltsarbeiten. Die Stiftung als Eigentümerin der Liegenschaft war nicht mehr in der Lage, die zunehmenden Aufwendungen für die Unterhalts- und Erneuerungsarbeiten selber zu tragen. Im Februar 1999 befürwortete das Zuger Stimmvolk eine Übernahme der Liegenschaft durch die Stadt mit über 80% Ja-Stimmen. Damit übernahm die Einwohnergemeinde der Stadt Zug unter gleichzeitiger Sicherstellung des Gebäude- und des technischen Betriebsunterhaltes die Liegenschaft Theater-Casino von der Stiftung. Zudem wurde der Stiftungszweck mit der Funktion einer Betriebsgesellschaft Stiftung Theater-Casino Zug neu formuliert.Anstehende wichtige Erneuerungs- und Erweiterungsprogramme sind darauf ausgerichtet, dass das Haus auch zukünftig attraktiv und sicher die umfassenden räumlichen und finanziellen Bedürfnisse der Veranstalter und der Öffentlichkeit erfüllen können.